Bevölkerungsverteilung Hochmittelalter

Es ist echt schwierig zu erklärbaren Aussagen über die Bevölkerungsverteilung zu kommen. Wir haben uns dem Thema in einer Recherche angenähert und sind zu, bei aller gebotenen Vorsicht, vertretbaren Größenordnungen gekommen. Die Recherche mit Quellen findet ihr als pdf am Ende des Beitrags.

Gruppenbildung

Wir haben die Bevölkerung in drei Gruppen geteilt. Die Gliederung geht bewusst nicht auf Ansehen, Status oder Besitz ein, sondern wie der eigene Lebensunterhalt verdient wird. Also durch Macht/Eigentum oder „echte“ Leistung
(Handwerk, Produktion, Unterhaltung) oder passiv durch Almosen anderer.

  • Fürsten, reiche Personen:
  • Arbeitende
  • nicht arbeitende, arme Menschen

Personenzahl

Die Gesamtbevölkerung schätzen wir im Hochmittelalter mit rund 10 Mio Menschen ein (Quelle im pdf)

Mit der Bevölkerungspyramide haben wir eine Aufteilung in Altersgruppen erstellt. Über die Altersgrenzen kann man trefflich diskutieren. Das ist ein Erklärungsansatz, über konstruktiven Input freuen wir uns jederzeit.

Daraus ergibt sich eine Aufteilung in die anfangs gewählten Gruppen.

GruppeAnteil der BevölkerungPersonenzahl
Fürsten, reiche Personen0,5 %50.000
Arbeitende75 %7.500.000
Nicht Arbeitende (Kinder, Alte, Bedürftige,…)24,5 %2.450.000
Summe hl. Röm. Reich 12. Jhd 10 Mio.

Stadtbevölkerung

Da Städte in der Wahrnehmung des Mittelalters eine große Rolle spielen wollen wir abschätzen für wie viele Menschen sie eine Lebensrealität darstellen. Immerhin stammen viele Schriftquellen aus dem städtischen Bereich. Wir kommen auf ca. 5% der Bevölkerung in Städten im 12. Jhd. (Quellen siehe pdf). Zum Vergleich: heute leben in Österreich ca. 60% in Städten.

Stadtgrößen im Hochmittelalter (Werte gerundet und angenähert)
StadtPersonenInfo
Köln25.000Quelle: Wikipedia
Nürnberg20.000Quelle: Wikipedia
Lübeck10.000Quelle: Wikipedia
Danzig10.000Quelle: Wikipedia
Bremen5.000Quelle: Wikipedia
Hamburg5.000Quelle: Wikipedia
Rostock5.000Quelle: Wikipedia
Breslau10.000Quelle: Wikipedia
Augsburg10.000Quelle: Wikipedia
Braunschweig5.000Quelle: Wikipedia
Lüneburg5.000Quelle: Wikipedia
Ulm5.000Quelle: Wikipedia
Würzburg5.000Quelle: Wikipedia
Kleinstädte60.000ca. 300 Kleinstädte; Annahme 200 Personen im Durchschnitt
Summe180.000
D Anteil35%Anteil der Bevölkerung auf heutigem D Staatsgebiet
D Gesamt3,5 Mio.Personen im hl. Röm Reich auf D Staatsgebiet
Es leben ca.5%der Bevölkerung in Städten

Gehörnte Bevölkerungszwiebel

Diese Informationen haben wir in einer „gehörnten Bevölkerungszwiebel“ zusammengefasst.
Die beiden Spitzen entstehen durch den Papst als geistlichen Führer und den unterstützenden Klerus auf einer Seite. Auf der zweiten Seite steht der König und die weltlichen Fürsten. Der Übergang zwischen den Gruppen sollte gleitend verstanden werden, eine harte und klar definierte Grenze lässt sich nicht festmachen. Das deuten die Farbübergänge an. Die vermeintlich geringe Anzahl von Adeligen ergibt sich auch durch die Doppelaufgabe „kleiner“ Adeliger die an der Produktion am eigenen Betrieb mitwirken müssen.

Spiele

Mit den Daten haben wir interaktive Spiele hergestellt.

Spiel Bevölkerungsverteilung

Das Spielfeld ist die Karte des Hl. röm. Reiches aus dem 13. Jhd.
Ablauf:
1) Stelle auf den heutigen Staatsgebieten von D, B, NL, F, I, A, PL, CZ, Schweiz die aktuellen Einwohnerzahlen auf. Verwende die modernen Figuren mit Handy
2) Stelle in die Mitte des hl. röm. Reiches die Einwohnerzahl im 13. Jhd. mit den braun „gekleideten“ Figuren auf. Es gibt keine Zahlen der einzelnen Länder, daher wird eine Zahl für das gesamte Gebiet gesucht

Spiel Bevölkerungspyramide 13 Jhd

Teile die insgesamt 10 Mio. Menschen im hl. röm. Reich des 13. Jhd. auf die Gruppen „Adelige“, „Arbeitende (einfache) Bevölkerung“ und „Bedürftige (Kinder, Alte, Bedürftige,…)“ auf. Die Summe der Figuren muss 10 Mio. ergeben.

Spiel Stadtbevölkerung

1) Wie viele von 10 Mio. Menschen leben heute auf Stadt und Land? Teile die Figuren auf.
2) Teile die insgesamt 10 Mio. Menschen im 13. Jhd. auf „Land“, und „Stadt“ auf. Die Summe der Figuren muss 10 Mio. ergeben.

Recherche und Quellen

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