Wir wollen den Adel in der mittelalterlichen Gesellschaft erlebbar machen. Die ganze Zusammenfassung findet ihr im pdf am Ende des Beitrags.
Zuerst geht es um das Selbstverständnis der Führungsschicht im hl. Röm. Reich. Die vielen Sprachen und Kulturkreise im Herrschaftsgebiet stellen eine Herausforderung dar, der Glaube ist das verbindende Element.

Wer kennt sich genau mit den Titeln und zugehörigen Aufgaben und Rechte der Adeligen aus? Die Suche hat uns teilweise überrascht. Z.B.: Der „Herr“ (mittelhochdeutsch „fro“, englisch: „Lord“) entspricht etwa dem Landeshauptmann.
Die Titel sind lange nicht klar definiert, einige machen sich selbst zu Adeligen. Die Wichtigen sind jene, die den König wählen. Im 13. Jhd. bilden sich die Kurfürsten heraus, die das Wahlrecht haben und entsprechend stark in die Politik eingreifen.

Im Sachsenspiegel (auch im Schwabenspiegel) ist vieles des mittelalterlichen Rechtsverständnisses niedergeschrieben. Die Schriften beschreiben die Verfassungswirklichkeit aber auch die Wunschvorstellung. Sie sind nicht als Norm zu Verstehen in der Art des Allg. bürgerlichen Gesetzbuches.
Der Versuch zu systematisieren ist in der Lehenspyramide zu erkennen. Das ist ein Wunsch, keine zwingende Vorgabe.

Das Lehen ist ein persönlicher Treueschwur beider Partner. Der Herr gibt dem Vasall häufig Land um den Verpflichtungen (u.a. Kriegsdienst) nachzukommen. Es ist ein System um Unterstützung zu garantieren. Die Unabhängigkeitsbestrebungen der Vasallen führen mit anderen Entwicklungen dazu, dass es an Einfluss verlor.

Die Herrschaftsausübung war schwierig durch die großen Distanzen. Der persönliche Bezug zu den Vasallen hilft die eigenen Interessen besser durchzusetzen. Die Hoftage finden mehrmals im Jahr statt. Wer nicht kommt muss sich mit einem guten Grund entschuldigen. Um die Gesellschaft damals besser zu verstehen fehlt uns heute ein wesentlicher Teil. Wir kennen die Verhandlungsergebnisse, aber nicht was die Parteien als Ziel hatten und wie man sich entgegen kam.
Wir haben die wichtigsten Punkte auf einem Flipchart in eine übersichtliche Form gebracht.

Als nächstes wollen wir interaktive Spiele entwickeln um Teile des adeligen Lebens erlebbar zu machen. Wir stellen das in die Rubrik „Workshops“. Bleibt gespannt 😊
Hier findet ihr die ganze Ausarbeitung als pdf: